UNO ruft 2012 zum Jahr der Genossenschaften aus

Die Vereinten Nationen haben 2012 zum Internationalen Jahr der Genossenschaften ausgerufen. Damit will die UNO auf die weltweite Rolle der Genossenschaften aufmerksam machen. Offiziell eingeläutet wird es bereits am 31. Oktober 2011.

In einer Resolution im Rahmen der UNO-Generalversammlung 2009 haben die Vereinten Nationen das Jahr 2012 zum Internationalen Jahr der Genossenschaften (IYC2012) erklärt. Ziel ist es, die weltweite Bedeutung von Genossenschaften für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung hervorzuheben. Dabei stabilisieren Kreditgenossenschaften, ländliche und gewerbliche Genossenschaften regionale Wirtschaftskreisläufe und sorgen für lokale Beschäftigung. Nach Angaben der UNO gibt es weltweit 800 Millionen Genossenschaftsmitglieder in über 100 Ländern. Mehr als 100 Millionen Arbeitsplätze werden von Genossenschaften bereitgestellt. Besonders betont werden der Beitrag der Genossenschaften, Armut zu verringern, Beschäftigungsmöglichkeiten zu bieten und soziale Integration zu fördern.

"Genossenschaften erinnern die internationale Gemeinschaft daran, dass es möglich ist, sowohl unternehmerisch zu handeln als auch soziale Verantwortung zu tragen", erklärt UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zum Internationalen Jahr der Genossenschaften und will gleichzeitig damit auch den weltweiten Aufschwung durch Genossenschaften vorantreiben.

Ins gleiche Hörn stößt der deutsche Bundespräsident Christian Wulff. In seinem Grußwort zum Internationalen Jahr der Genossenschaften würdigt er die Genossenschaften als "stabile und verlässliche Partner" und findet, dass "Genossenschaften ein Gewinn für alle sind, weil sie neben der Mitgliederförderung auch Verantwortung für die Menschen in den Regionen übernehmen." Im Speziellen hebt Wulff die deutschen Genossenschaftspioniere Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch hervor, deren Idee sich weithin im deutschsprachigen Raum durchsetzte.

Christian Wulff anerkennt auch in klaren Worten die Bedeutung von Genossenschaften in der heutigen Zeit: "Die Genossenschaft verbindet individuelle Freiheit und Eigeninitiative mit der Kraft der Gemeinschaft. Diese wichtigen Grundwerte bestimmen heute unsere Soziale Marktwirtschaft. Ein moderner Staat kann ohne die Eigeninitiative von Bürgern und Unternehmern nicht existieren. Es gibt viele Situationen, in denen man selbst anpacken und sich gegenseitig unterstützen muss. Genossenschaften zeigen in vielen Wirtschafts- und Lebensbereichen, dass man mit gemeinschaftlicher Selbsthilfe mehr erreichen kann."